Beteiligung ohne Siegel – die Badische Verfassung von 1818

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22. August 1818 | Eine Verfassung ohne prächtige Urkunde? Ohne Siegel? Ohne richtige Unterschrift? Tatsächlich setzte Großherzog Karl in Bad Griesbach lediglich sein Namenskürzel unter den noch mit Korrekturen versehenen letzten Entwurf der 83 Paragraphen. Das Werk der Beamten bedeutete jedoch einen Meilenstein der politischen Beteiligung. Nur in Baden sollte die vorgesehene Zweite Kammer des Landtags vollständig aus gewählten Vertretern des Volkes bestehen. Immerhin rund 70 % der über 25jährigen Männer durften wählen. Und besonders bemerkenswert und keineswegs selbstverständlich: Jede Stimme zählte gleich viel.


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Ab 22. August 2018 startet hier der Blog zum Thema „200 Jahre Partizipation im Südwesten“. Was wurde aus den Versprechen der badischen Verfassung, wann wurde sie gefeiert? Was wurde aus dem Saal, in dem die Verfassungsfreunde in Offenburg 1847 tagten? Was sagte die erste Frau in einem deutschen Parlament? Wie setzten sich Gläubige für den vom NS-Regime inhaftierten Landesbischof Theophil Wurm ein? Wie vereinigten sich Gegner von umstrittenen Großprojekten wie der Flughafenerweiterung in Echterdingen, dem Atomkraftwerk in Wyhl und Stuttgart 21 oder Befürworter von Einrichtungen wie der Synagoge in Wenkheim? Der Kalender stellt die Tradition und die Vielfalt der Bürgerbewegungen im Südwesten dar und spürt den Geschichten und Schicksalen hinter den weit mehr als hundert Daten nach.