Der Gang nach Karlsruhe – der Protestmarsch der Boxberger zum Bundesverfassungsgericht

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29. August 1985 | Wer sich ungerecht behandelt fühlt, zieht letztlich vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Das nahmen die Boxberger Bäuerinnen und Bauern wörtlich und machten sich zu Fuß auf den 130 Kilometer langen Weg. Dass sie ihr fruchtbares Ackerland im Main-Tauber-Kreis für eine Teststrecke von Daimler-Benz hergeben sollten, wollte ihnen nicht in den Kopf. Wie ihre Vorfahren von der Bundschuh-Bewegung kämpften sie für ihr Recht – doch statt auf Sensen setzten sie auf eine durch viele Spenden ermöglichte Klageschrift. Die rund 200 TeilnehmerInnen konnten diese am 2. September 1985 dem Gericht übergeben. Fast zwei Jahre später untersagte das Verfassungsgericht die geplante Enteignung der Bauern.


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2 Antworten auf „Der Gang nach Karlsruhe – der Protestmarsch der Boxberger zum Bundesverfassungsgericht“

  1. Sehr schön, dass die Erinnerung angesprochen wird. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf unser Buch verweisen:
    Bundschuh gegen Daimler- Benz.2015 VAS- Verlag für Akademische Schriften ISBN978-3-88864-543-3.
    Auf Ihrem Titelbild bin ich ganz vorne abgebildet.

  2. Ich habe die Boxberg-Bewegung seinerzeit mit unterstützt.
    Wie schön, dass der Newsletter im Abstand der Jahre wieder klarmacht, dass des Volkes Stimme durch den Rechtsstaat zum Willen des Volkes werden muss und kann.
    Des Volkes Stimme ohne die Legitimation durch den Rechtsstaat kann zu hässlichen Szenen wie in Chemnitz führen.
    Nicht aber in Boxberg, wo jetzt zum Glück die Hasen grasen statt die Autos rasen. Und die Erkenntnis blüht, das sich Engagement lohnt. Ums so mehr, wenn der Rechtsstaat funktioniert!
    Aus der Geschichte lässt sich lernen! „Des Volkes Stimme“ hilft dabei.

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