Schule, das sind doch wir! – SMV, SchülerInnen übernehmen Verantwortung

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20. Januar 1953 | „Wenn alles schläft und einer spricht, dann nennt man das wohl Unterricht!“ Sprüche wie dieser gehören seit SchülerInnen-Generationen zum bewährten Mittel, um Schulstunden zu überstehen, die wenig mitreißend sind. Dass nicht mehr nur eine/r redet, nämlich der/die LehrerIn, ist das Ziel moderner Unterrichtspädagogik. Mitdenken, mitreden, Verantwortung übernehmen wird immer selbstverständlicher. Und außerhalb des Klassenzimmers: Bestimmen dort nur die Lehrerschaft und die Schulleitung, wohin es gehen soll? Am 20. Januar 1953 wurde erstmals der  Schülermitverantwortungs (SMV)-Erlass in Baden-Württemberg veröffentlicht. Er ließ sich unmittelbar auf Artikel 21 der Landesverfassung zurückführen: „Die Jugend ist in den Schulen zu freien und verantwortungsfreudigen Bürgern zu erziehen und an der Gestaltung des Schullebens zu beteiligen.“ Statt Kadavergehorsam und Drill, wie es zwischen 1933 und 1945 an deutschen Schulen üblich war, sollte die neue Generation nun Demokratie auch im Kleinen einüben.

Zzzzzzzzz

Hey, aufgewacht! Die Geschichtsstunde ist für heute zu Ende. Hausaufgabe: Unseren Film anschauen und selber aktiv werden (Kleiner Trost für alle, die nicht mehr im SMV-Alter sind: Sie können ja mal ihre Kinder/Enkel fragen, ob sie wissen, dass SMV nicht nur ein Audioformat ist).


Zum Weiterlesen und -forschen:

/// Am 23. Januar kümmern wir uns um das liebe Federvieh, Piepmätze und Co.

2 Antworten auf „Schule, das sind doch wir! – SMV, SchülerInnen übernehmen Verantwortung“

  1. Besten Dank für die Kalender-Beiträge zu „Volkes Stimme“! Erlauben Sie einem Senior (Jahrgang 1949) eine kleine Korrektur zur Geschichte der SMV. Ich besuchte von 1960 bis 1969 das Hans-Thoma-Gymnasium (HTG) in Lörrach. Dort bestand die SMV mindestens seit Mitte der Sechzigerjahre, wenn nicht schon früher. Meines Wissens gab es zu jener Zeit SMV-Gremien auch an anderen Gymnasien. Wir versuchten damals, das SMV-System zu „revolutionieren“, d.h., den Schülerinnen und Schülern mehr Mehrsprache zu geben.

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